COMMUNICATION - die professionelle Sprachschule mit Herz

 

 

Interview mit unserer
Spanisch-Sprachtrainerin
Marlies Hanf-Schöbinger


Frau Hanf-Schöbinger, wie lange unterrichten Sie schon an unserer Sprachschule in Bern - Schönbühl?

Seit Mai 2018.

War Lehrperson schon immer Ihr Traumberuf, oder wie hat sich dieser Weg ergeben?

Als ausgebildete Diplom-Übersetzerin war ich bisher in verschiedenen Positionen tätig, bei denen Sprachen eine grosse Rolle spielten. Zusätzlich habe ich immer wieder nebenberuflich als Sprachtrainerin gearbeitet, weil es mir Spass macht, in diesem Bereich mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben.

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Was mögen und schätzen Sie am Unterrichten, was vielleicht weniger?

Ich unterrichte gerne Erwachsene einzeln oder in Kleingruppen. Ich denke, beim Unterrichten ist es wichtig, einen roten Faden zu haben, beispielsweise ein gutes Arbeitsbuch, das man als Grundlage nutzen kann sowie eine gute Unterrichtsvorbereitung. Und dann sollte man in der Lage sein, bei Bedarf diese Planung zugunsten der aktuellen Themen flexibel anpassen zu können.

Nicht jede/r SchülerIn bringt die selbe Lernmotivation mit: Wie motivieren Sie Ihre SchülerInnen?

Ich habe bisher nur Erwachsene unterrichtet, die aus eigener Motivation heraus eine Sprache neu lernen oder Grundkenntnisse vertiefen wollten. Diese intrinsische Motivation ist natürlich die beste Voraussetzung für den nachhaltigen Lernerfolg. Ich finde es wichtig, zu Beginn eines Kurses die Lernsituation zu analysieren und die Erwartungen und Wünsche der SchülerInnen gemeinsam zu besprechen. So kann ich als Trainerin das Kursmaterial optimal auf die Bedürfnisse zuschneiden. Zudem versuche ich, eine freundliche, lockere und wohlwollende, also «fehlerfreundliche» Lernatmosphäre zu schaffen: Humor ist definitiv eine wichtige Zutat für einen gelungenen Unterricht.

In der Regel ist das Verstehen einer Fremdsprache einfacher als die aktive Anwendung davon, sprich frei zu sprechen. Gibt es Methoden, wie dieses freie, möglichst fliessende Sprechen gefördert werden kann?

Meiner Meinung nach geht das am besten über Dialoge und Rollenspiele, also indem man alle möglichen Situationen durchspielt: Restaurantbesuche, Hotelreservationen, fiktive Anrufe tätigen und nach den unterschiedlichsten Dingen fragen etc.

Haben Sie Lerntipps, wie die SchülerInnen am effizientesten Vokabeln lernen können, so dass diese auch dauerhaft im Gedächtnis bleiben?

Was das Vokabeln lernen angeht, bin ich eher eine Verfechterin der alten Schule: Vokabelheft/Vokabelkasten anlegen und jeden Tag ein bestimmtes Pensum konsequent auswendig lernen. Es hilft auch, im Unterricht das Vokabular als Wortfelder zu erlernen, weil die Wörter durch die semantischen Zusammenhänge leichter im Gedächtnis bleiben. Oder z.B. von Adjektiven gleich das Antonym mitlernen (gross und klein, heiss und kalt etc.), oder systematisch Kapitel aus dem Grund- und Aufbauwortschatz lernen. Geschichten erfinden finde ich auch sehr hilfreich – da sind der Phantasie ja keine Grenzen gesetzt, um bestimmte Wörter zu verwenden.

Viele SchülerInnen tun sich schwer mit Grammatik: ist Grammatik wirklich so wichtig, um eine Sprache zu erlernen?

Früher war ich diesbezüglich sehr perfektionistisch eingestellt und fand es unabdingbar, die Grammatikregeln zu kennen und richtig anzuwenden. Mittlerweile sehe ich das nicht mehr so eng: gerade wenn man eine Sprache neu lernt, finde ich es wichtiger, vor allem möglichst schnell zum Sprechen zu kommen, auch wenn Grammatikfehler gemacht werden. Ausserdem hängt es auch vom Anwendungsbereich ab. Ein übersetzter Text muss so geschrieben sein, dass man ihm den sprachlichen Ursprung nicht anmerkt. Aber für den «Alltagsgebrauch» im Sprachunterricht sollte die Freude am Sprechen im Vordergrund stehen. Die Lehrperson sollte dennoch in der Lage sein, systematische Grammatikfehler zu erkennen und zu thematisieren.

Hat sich das Unterrichten in den letzten 10 Jahren verändert? Beispielsweise dank neuer Lerntechnologien?

Durch die neuen Medien und die Möglichkeiten im Internet ist es viel leichter geworden, Sprachen alltagsbegleitend zu lernen: man hat schnell und einfach Zugang zu Texten und Videos in allen möglichen Sprachen, kann beim Joggen das Smartphone mit dem Vokabeltrainer mitnehmen etc.

Was ist Ihrer Meinung nach der wichtigste Faktor, um erfolgreich und nachhaltig eine Sprache zu lernen?

Ich denke, es gibt nicht nur einen Faktor, sondern mehrere: allen voran natürlich die eigene Motivation, gefolgt von Beharrlichkeit, Geduld und keinerlei Hemmungen beim «einfach drauflos Reden»!

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Interview mit unserer Italienisch-
und Französisch-Sprachtrainerin
 Francesca Schär

Frau Schär, wie lange unterrichten Sie schon an unserer Sprachschule in Bern - Schönbühl?

Seit ungefähr 8 Jahren.

War Lehrperson schon immer Ihr Traumberuf, oder wie hat sich dieser Weg ergeben?

Ich habe schon ziemlich früh angefangen, Erfahrungen in der Erwachsenenbildung zu sammeln. Ich finanzierte zum Beispiel mein Studium durch Sprachkurse für Immigranten. Dann arbeitete ich mehrere Jahre lang als Übersetzerin und gab zwischendurch immer wieder Kurse. Später absolvierte ich auch einige Fortbildungen in diesem Bereich.

Es ist vielleicht nicht mein «Traumberuf», aber es ist eine Tätigkeit, in der ich mich fast «zu Hause» fühle und es ist ein fester Bestandteil meines Lebens.

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Was mögen und schätzen Sie am Unterrichten, was vielleicht weniger?

Das Spannende ist, dass jeder Lernende anders ist, so dass jeder Kurs irgendwie einzigartig wird. Man muss immer wieder etwas Neues erfinden, das zu den jeweiligen Kursteilnehmern passt. Es ist deshalb innerhalb gewisser Grenzen ein kreativer Beruf.

Ich lerne auch vieles dabei, zum Beispiel von Teilnehmern, die Erfahrungen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen mitbringen und davon berichten. Manchmal ist es aber auch ein wenig langweilig, immer die gleichen Sprachstrukturen zu wiederholen… Aber es ist unvermeidlich und es gehört dazu.

Nicht jede/r SchülerIn bringt die selbe Lernmotivation mit: Wie motivieren Sie Ihre SchülerInnen?

Ich versuche zu spüren, welche Sprachaktivitäten den Sprachlernenden Lust bereiten könnten. In manchen Fällen kann man auch kreative Zugänge zum sprachlichen Selbstausdruck finden, wie zum Beispiel das Erfinden von Kurzgeschichten mit Hilfe von Bildkarten. Manchmal kann es auch das Suchen von Vokabular und Ausdrücken zur eigenen Lieblingsbeschäftigung sein oder Sprachspiele. Es geht darum, irgendeine persönliche Beziehung zur Sprache zu fördern.

Wer hauptsächlich mündliche oder schriftliche Kommunikation für Berufszwecke üben will resp. muss, ist meistens nicht übermässig fasziniert von der jeweiligen Fremdsprache. In diesem Falle hilft es, ganz gezielt konkrete Kompetenzen zu üben, so dass der/die Kursteilnehmende ein paar Erfolgserlebnisse haben kann, die ihn/sie motivieren.

In der Regel ist das Verstehen einer Fremdsprache einfacher als die aktive Anwendung davon, sprich frei zu sprechen. Gibt es Methoden, wie dieses freie, möglichst fliessende Sprechen gefördert werden kann?

Das «szenariobasierte» Lernen, wo zu einer bestimmten Situation gemeinsam Mustergespräche mit Variationen gestaltet werden, kann ein gewisses Selbstvertrauen geben. Mit Hilfe von «Chunks» - kurze Bausteine eines Gesprächs, Redewendungen und ähnliches - haben die Lernenden eine Sammlung von kommunikationstauglichem Material zur Verfügung, die ihnen hilft, sich in einem Gespräch besser mitzuteilen. Es geht auch darum, aus gehörten und gelesenen Dialogen zusätzliches Material herauszupicken und es gleich in einer ähnlich simulierten Gesprächssituation einzusetzen. Es ist wichtig, verschiedene Interaktionsformen zu üben, zum Beispiel Frage-Antwort-Spiele, Rollenspiele, frei über Alltägliches oder Berufliches zu erzählen… und vieles mehr.

Und sich immer wieder vergegenwärtigen, was man schon kann und auch konkret äussern, in welchen weiteren Situationen man sich verständigen können will. Wer aktiv die eigenen Bedürfnisse äussern kann, ist auch motivierter. Man muss vor allem durch eine angenehme, ungezwungene Atmosphäre die Kursteilnehmenden ermutigen, ihre Hemmungen abzubauen und sich zu trauen, frei und spontan zu sprechen.

Haben Sie Lerntipps, wie die SchülerInnen am effizientesten Vokabeln lernen können, so dass diese auch dauerhaft im Gedächtnis bleiben?

Das Vokabellernen kann man auf sehr verschiedene Arten angehen. Das eine sind die Lernprogramme wie Anki oder die Lernplattformen wie zum Beispiel Quizlet, wo Vokabeln spielerisch wiederholt werden. Leider aber gelangen die gelernten Vokabeln nicht immer ins Langzeitgedächtnis… Deshalb sollte das gelernte Vokabular in Gesprächen während des Unterrichts aktiv benutzt werden. Wir sollten selbst testen, mit welchen Techniken wir am sichersten lernen. Bei manchen Lernenden hilft das Aufschreiben von Wörtern, bei anderen sind Bilder eine gute Hilfe oder "altmodische" Kartekarten. Zu einem Sprachkurs gehören auch Ratschläge, wie das Lernen am effizientesten funktioniert. Das ist aber sehr individuell und hat mit Vorlieben und Lerngewohnheiten zu tun.

Wichtig ist auch, selbst Vokabellisten oder Vokabelclusters zu einem Thema zu verfassen. Eine Liste sollte immer nach einem gewissen Kriterium erstellt werden, sei es thematisch oder grammatikalisch (zum Beispiel Wörter über Gesundheit oder nur Eigenschaftswörter). Ausserdem sollte die Vokabelliste nicht zu lang sein. Man kann das Lernen von Vokabeln und Verbformen wie ein Fitnesstraining oder ein Geschicklichkeitsspiel betrachten. Wenn wir die Sache so sehen, ist es plötzlich nicht mehr so langweilig und es hilft sogar, unser Gedächtnis fit zu halten…

Viele SchülerInnen tun sich schwer mit Grammatik: ist Grammatik wirklich so wichtig, um eine Sprache zu erlernen?

Grammatik ist nur wichtig, wenn man eine Sprache wirklich «beherrschen» will, weil Grammatik schliesslich nichts anderes als die Beschreibung der Strukturen einer Sprache ist. Grammatik sollte nicht zu abstrakt vermittelt werden, sondern immer anhand von Sätzen aus Kommunikationssituationen. So können wir leichter die Sprachstrukturen «am Werk» beobachten und die jeweiligen Regeln nachvollziehen.

Hat sich das Unterrichten in den letzten 10 Jahren verändert? Beispielsweise dank neuer Lerntechnologien?

Internet kann zur Sprachförderung viel beitragen. Social Medias und Sprachcommunities können einen zusätzlichen Reiz zur Anwendung einer Fremdsprache liefern. Es hat online extrem viel Material zum Sprachenlernen, fast zu viel. Man sollte sich aber in einer Sprache schon auskennen oder sich beraten lassen, um die sinnvollen Angebote zu erkennen und sie von den weniger nützlichen unterscheiden zu können.

Auf jeden Fall können YouTube und andere audiovisuellen Plattformen eine grosse Hilfe leisten, um das Hörverstehen zu üben und sich mit der Aussprache vertraut zu machen (vor allem bei Sprachen, die eine enorme Bandbreite an Variationen in der Aussprache haben, wie Englisch oder Spanisch). Die Lernenden können durch die neuen Lerntechnologien selbstständiger arbeiten und den Unterricht durch gezielte Anwendung von Programmen und Webseiten bereichern. Es ist aber unwahrscheinlich, dass man ohne Vorkenntnisse eine Fremdsprache ausschliesslich online lernen kann…

Was ist Ihrer Meinung nach der wichtigste Faktor, um erfolgreich und nachhaltig eine Sprache zu lernen?

Ich glaube, Neugier und ein Minimum an emotionaler Motivation, also eine Motivation, die über rein praktische oder berufliche Zwecke hinausgeht.

Sprache ist schliesslich das Kommunikationsmittel schlechthin, und dabei geht es auch um zwischenmenschliche Beziehungen. Durch das Lernen von Fremdsprachen können wir mehr Menschen verstehen und uns mit ihnen austauschen. Das ist immer ein gutes Gefühl. Wenn es uns gelingt, beide Hirnhälften anzusprechen (vereinfacht ausgedrückt: das Logische und das Emotionale), können wir eine konstruktivere Beziehung zu einer Sprache entwickeln; wir lernen sie auch schneller und wir lernen sogar, sie zu mögen…

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Interview mit unserer Englisch-, Deutsch-
und Französisch-Sprachtrainerin Christa Hunziker

Wie lange unterrichten Sie schon an unserer Sprachschule in Bern - Schönbühl?

Seit Juli 2007.

Was mögen und schätzen Sie am Unterrichten, was vielleicht weniger?

Wenn Lernende ein Problem erfassen und verstehen. Die Kommunikation mit den Lernenden ist wertvoll. In grösseren Klassen kann es schwierig werden, wenn Fragen völlig unbeantwortet bleiben.

Mehr…

Nicht jede/r SchülerIn bringt die selbe Lernmotivation mit: Wie motivieren Sie Ihre SchülerInnen?

Durch meine eigene Motivation, persönliches Engagement und meine Liebe zu Fremdsprachen.

In der Regel ist das Verstehen einer Fremdsprache einfacher als die aktive Anwendung davon, sprich frei zu sprechen. Gibt es Methoden, wie dieses freie, möglichst fliessende Sprechen gefördert werden kann?

Stetes Ermutigen, auch mit Fehlern zu sprechen. Aus meiner eigenen Erfahrung ist ein Aufenthalt im Sprachgebiet sehr wertvoll.

Haben Sie Lerntipps, wie die SchülerInnen am effizientesten Vokabeln lernen können, so dass diese auch dauerhaft im Gedächtnis bleiben?

Ein alter Tipp ist das dreimalige, laute Wiederholen. Auch das Schreiben kann helfen, Vokabeln eben visuell zu erfassen.

Viele SchülerInnen tun sich schwer mit Grammatik: ist Grammatik wirklich so wichtig, um eine Sprache zu erlernen?

Die Grammatik ist das Gerüst. Aber der Hausbau findet dann beim aktiven Sprechen statt.

Hat sich das Unterrichten in den letzten 10 Jahren verändert? Beispielsweise dank neuer Lerntechnologien?

Dank der CDs, der Apps, der Einbindung von Hörtexten hat sich das Unterrichten gewaltig verändert.

Was ist Ihrer Meinung nach der wichtigste Faktor, um erfolgreich und nachhaltig eine Sprache zu lernen?

Stetes Wiederholen und das Einbeziehen von Radiosendungen und TV-Programmen. Das Allerbeste bleiben Aufenthalte im Sprachgebiet!

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